In der Beratungstätigkeit wird aktuell immer wieder angezweifelt, dass Wärmepumpen in Bestandsgebäuden eine wirtschaftliche Investition darstellen können. Es wird vielfach – auch in den Medien – von misslungenen Projekten berichtet, bei denen die Stromkosten ein Vielfaches der geplanten Kosten erreichten.

Bei korrekter Planung und Durchführung der Investitionen sind Bestandsgebäude bei der Beheizung mit Wärmenpumpen (WP) – besonders im Stadtgebiet von München – wirtschaftlich der Beheizung mit Gas oder Öl gleich oder besser gestellt. Das Video des Wärmepumpenverbandes stellt dafür eine Menge Infos bereit.

Als Eckwerte sollte man sich merken, dass auch Luft/Wasser-WP eine Jahresarbeitszahl von 3 erreichen können wenn es gelingt die durchschnittliche Vorlauftemperatur auf 50 °C zu begrenzen. Dafür müssen oft nur wenige Änderungen wie z. B. hydraulischer Abgleich oder die Verstärkung weniger Heizflächen vorgenommen werden. Bei gleichbleibendem Energiebedarf des Gebäudes sorgt eine Jahresarbeitszahl von 3 dafür, dass jede kWh Strom die dreifache Anzahl an kWh Wärme in Haus bringt. Ein Beispiel zeigt der folgende Beitrag der Innung.

Dass auch faktisch unsanierte Altbauten durch eine kluge hydraulische Optimierung mit Heizkörpern 400% Wirkungsgrad (Jahresarbeitszahl=4) erreichen können zeigt das nächste Video.

Die grundlegende Fragestellung ist damit klar. Strom und Gas werden in €/kWh abgerechnet. Werden wir zukünftig ein Preisverhältnis Strom/Gas haben das den Faktor 3 übersteigt oder unterschreitet? Die Bundesregierung in Person von Herrn Habeck hat am 19.03.2022 verkündet, dass die Beheizung von Wohngebäuden lang- und mittelfristig mit Wärmepumpen und nicht mit Gas erfolgen soll. Das macht auch ökonomisch und vom Standpunkt der Lieferantendivesifizierung Sinn. Strom kann man auch aus Kohle und Öl generieren, die beide ohne langwierige Infrastrukturmaßnahmen verstärkt eingesetzt werden können. Gas wird in Zukunft deutlich weniger verfügbar sein weil die Verflüssigung und Verschiffung den Preis gegenüber leitungsgebundener Versorgung massiv nach oben treiben könnte. Außerdem würden zusätzliche Kapazitäten Jahre brauchen um in heimischen Terminals anlandbar zu sein.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen sollte man bald in Wärmepumpen investieren, so lange Förderungen noch erhältlich sind. Am 24.03.2022 wurde mit der Steuersenkung auf Benzin auch bekannt gegeben, dass bereits mit dem 31.12.2023 eine 65%tige Nutzungspflicht von erneuerbaren Energien bei der Installation von Raumheizung im Neu- und Bestandsbau vorgeschrieben wird. Die bisherige Förderlogik der Regierung war immer darauf ausgerichtet im Vorfeld zu fördern und bei Reife der Technologie auf technische Mindestanforderungen umzuschalten. Dies wird auch bei Wärmepumpen nicht anders erwartet. Die Förderquote liegt heute noch zwischen 35 und 50%. Das Ende dieser Förderung ist in Sicht.