Diese Grafik zeigt leider nur die Brennstofkosten und nicht die Kosten, die für den Betrieb aller Wärmeerzeuger an die deutschen Verbraucher berechnet werden. Statistischen Daten zufolge beträgt dervergleichbare Preis pro kWh Elektrizität im März 2022 0,32 €.

Für die Nutzung in Wärmepumpen muss man den vergleichbaren Preis von Elektrizität durch die Jahresarbeitszahl teilen. Geht man von einer Jahresarbeitszahl von 3 für Luftwärmepumpen aus – die auch für Bestandsgebäude realistisch ist – so war bei den gezeigten Preisen im März 2022 eine Wärmepumpe bereits konkurenzfähig. Und diese Preise sind seither weiter gestiegen.

Historisch lag der Preis in €/MWh Gas an der holländischen Börse bei unter 20 € und versiebenfachte sich im Laufe der russischen Invasionvorbereitungen seit 2021. Inzwischen ist der aktuelle Preisfaktor im Großhandel eher auf 4,5 zurück gegangen wärend sich im Kriegsverlauf trotz laufender Lieferungen der langfristige Preis verdoppelt hat und weiterhin ansteigt. Der aktuelle Gaspreis für deutsche Verbraucher dürfte etwa um den Faktor 6,5 gestiegen sein.

Bei Investitionen in Wärmeerzeuger ist die voraussichtliche langfristige Kostenentwicklung relevant. Für diese Einschätzung sind die politischen Rahmenbedingungen und die Logistik die dominanten Faktoren.

Der Koalitionsvertrag der Ampel sieht eine 65%tige Nutzungspflicht erneuerbarer Energien bei Investitionen im Neubau und Bestand zum 31.12.2024 vor.  Inzwischen wurde diese Gesetzgebung nach dem Willen der Regierung um 1 Jahr auf 31.12.2023 vorverlegt. Dies indiziert eine massive Lenkung weg vom Gas hin zu elektrischen Wärmepumpen. Ohne Preisvorteile für Wärmepumpenstrom über den Gaspreis wäre das nicht realisierbar. Hier ist also ein klarer Hinweis für die zukünftige Preissteuerung durch CO2-Abgaben ablesbar. Außenpolitisch dürfte noch in diesem Jahr ein totales Embargo aller Energieträger aus Russland zur Entscheidung anstehen.

Vom logistischen Standpunkt ist zu erwarten, dass fossile Energieträger wie Öl und Kohle nach einer totalen Embargo Entscheidung für mehrere Jahre niedrigere Beschaffungskosten haben werden als Gas. Jede Belieferung mit Gas aus dem persischen Golf, dem Mittelmeer, dem kaspischen Meer, der Nordsee, den USA oder dem schwarzen Meer braucht sehr langfristige Investitionen in Pipelines, Schiffe und LNG Terminals um in die Nähe des Preises vor dem Angriffskrieg gegen die Ukraine zu gelangen. Es ist fraglich ob der generelle Preisanstieg durch die Verknappung der förderbaren Reserven jemals wieder zu Gaspreisen wie Anfang März 2022 führen wird. Meiner Meinung nach wird der Gaspreis für Verbraucher sich eher beim 3,5-fachen des historischen Normalpreises also bei 25 ct/kWh einpendeln.

Für Strom dürften solche Preiserhöhungen unrealistisch sein. Strom wird heute nur zu 15% aus Erdgas hergestellt. Dieser Anteil soll mittelfristig nach Aussagen des Wirtschaftsministeriums durch Kohleverstromung ersetzt werden bis höhere Anteile aus erneuerbaren Energien die Kohle schließlich verdrängen werden. Es gibt daher wenig Anlass wesentlich höhere Strompreise zu erwarten.

Diese Überlegungen zeigen auf, dass eine Beheizung mit Wärmepumpe zu einer Halbierung der Heizkosten gegenüber der Beheizung mit Gas führen könnte.